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Besteigung des Dachstein am 1. August 2007:
Der Wecker läutet um kurz nach sechs Uhr. Ich habe herrlich geschlafen. Im Lager war es zwar saukalt, aber dafür schläft man umso besser.
Meiner erster Weg führt mich nach draussen, wo ein herrlicher Tag schon auf uns wartet. In der Küche bereiten Susi, Dieter und Peter alles für das Frühstück vor. Ich bin erst am Vorabend spät herauf gekommen. Meine Gäste waren zu diesem Zeitpunkt bereits im Bett. Klettergurte, Steigeisen und Pickel benötigen wir. Die Steigeisen müssen noch an die Schuhe angepaßt werden. So bleibt mir kaum Zeit für ein gemütliches Frühstück. Alle warten schon, die Tage zuvor hatte es ja wieder geschneit und dementsprechend klar und blau ist der Himmel. Der Gosaukamm steht in seiner ganzen Pracht sonnenbeschienen vor uns. Die Adamekhütte liegt noch im Schatten der Schreiberwand. Susi gibt mir noch 2 Packungen Mannschnitten als Jause mit. Die Temperatur dürfte nahe 0 Grad liegen, aber mir kommt es gar nicht so kalt vor. Josef aus der Vierergruppe läuft voraus. Wir gehen es aber auch nicht gerade gemütlich an, auch das französische Pärchen aus Paris, Davide und Cathrine sind flott unterwegs. So erreichen wir bald den Rand des Gletschers. Das Licht ist herrlich, der Gletscher durch eine dünne Neuschneeschicht strahlend weiß. Genauso soll es sein. Wir legen die Steigeisen an und bilden eine Seilschaft. Etwas weiter oben hat auch Josef auf uns gewartet und bindet sich zu uns in die Seilschaft ein.
Det Gletscher ist herrlich zu gehen. Bis zum Mitterspitzkolk ist es nicht weit. Hier hat sich die Landschaf in einem Jahr wieder total verändert. Der Kolk hat sich mit Gröll und riesigen Blöcken komplett angefüllt. Alles ist irgendwie flacher geworden. Die Ostwand des Mitterspitzes ist vereist und immer wieder fällt Eis zu uns auf den Gletscher herunter. Wir halten jedoch genügend Sicherheitsabstand. Bald erreichen wir mit der Windlucke den Einstieg zum Westgrat. Der Großglockner taucht am Horizont auf. So nahe wie heute ist er selten, die Luft ist so rein und trocken.
Am Einstieg lassen wir Pickel und Steigeisen zurück. Die Seilabstände werden verkürzt und wir beginnen den Anstieg. Ohne viel Probleme geht es aufwärts. Teils ist es sehr winterlich und der Fels ist immer wieder vereist. Wir sind wirklich schnell unterwegs und überholen sogar eine Dreierseilschaft. Da taucht schon der Gipfel vor uns auf und wenige Minuten später haben wir es geschafft. Die Aussicht ist heute überwältigend. Traunstein, Grimming, Hochalmspitz, Ankogel, Glockner, Venediger.....
Gipfelphoto, Gipfeljause und dann geht es wieder zurück Richtung Adamek. Bis auf einen kleinen Stau kommen wir gut voran und stehen bald wieder am Einstieg. Wir ziehen wieder dei Steigeisen an und am Seil geht es nun in Richtung Steinerscharte. Wir haben keine Spur vor uns. Immer wieder prüfen ich mit dem Pickel die Oberfläche. Windgangeln verraten manchmal den möglichen Verlauf der Spalten. Sichtbar werden diese erst im Bereich der Steinerscharte. Fast hätte uns ein Spaltenlabyrinth nicht mehr freigegeben, doch eine kleiner Sprung läßt uns die Schwierigkeiten überwinden. Vorbei am Hohen Kreuz erreichen wir den Gletscherboden nahe des Schreiberwand-Gratturmes. Ein kurzes Stück hinunter und wir haben das Gletscherende erreicht. Seil und Steigeisen geben wir hier weg und entlang der Gletschermarken geht es weiter talwärts. Vorbei an der 2001erMarke, der 89er Marke gelangen wir zur 1979er Marke. 30 Jahre Gletscherrückzug, es ist wirklich unwahrscheinlich, wie stark der Rückzug hier war, nicht nur an Länge, auch die Dicke hat der Gletscher hier gewaltig eingebüßt.
Wir erreichen wieder den Weg, unsere Runde, notre tour, ist fast beendet, und 10 min später erreichen wir wieder die Hütte.
unterm Mitterspitz
kurz vor der Windlucke
am Westgrat
fast winterlich
Blick zum Koppenkarstein
Sprung über Spalten
 
 
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